Warum Margen-Sichtbarkeit im Admin so wichtig ist
Du pflegst in Shopware für jedes Produkt einen Einkaufspreis. Du kennst deine Steuersätze. Du weißt im Grunde genau, was du pro Artikel verdienst — nur siehst du es in der täglichen Arbeit nie. Denn in der Produktübersicht unter Kataloge → Produkte zeigt Shopware dir nur den Brutto-Verkaufspreis. Kein Netto. Kein Einkaufspreis. Keine Marge.
Die Folge kennt jeder, der mit einem mittelgroßen Sortiment arbeitet: Du klickst dich durch Detailansichten, exportierst nach Excel, baust dir halbjährlich einen Report — und weißt trotzdem nicht zuverlässig, welche Produkte gerade wirklich Geld verdienen. Gerade wenn Lieferanten ihre Preise erhöhen oder du Sonderkonditionen im B2B anbietest, fehlt dir genau die Ansicht, in der du sowieso die meiste Zeit verbringst.
Dieser Beitrag zeigt dir, warum das in Shopware standardmäßig so ist, welche Wege Händler üblicherweise gehen, um das Problem zu lösen — und wie du Margen direkt dort sichtbar machst, wo du sie wirklich brauchst: in der Produktliste.
Das Problem im Detail
Shopware bringt für den Einkaufspreis alle nötigen Felder mit. Du trägst ihn pro Produkt in der Detailansicht ein, er landet in der Datenbank, er fließt in Exports und APIs. Nur in der Produktübersicht taucht er nicht auf. Sichtbar sind Name, Hersteller, Bestand, Status und der Brutto-VK — das war es.
Das ist nicht per se ein Fehler, aber es führt im Alltag zu drei wiederkehrenden Engpässen:
- Keine schnelle Rentabilitätsprüfung. Du willst wissen, wie ein Artikel im Verhältnis zu seinen Kosten dasteht? Detailansicht öffnen, Einkaufspreis suchen, im Kopf rechnen — oder eben wieder zurück in den Export.
- Keine Sortierung nach Marge. Welche Produkte haben die schlechteste Marge? Welche die beste? Ohne zusätzliche Spalten gibt es keine Möglichkeit, die Liste danach zu sortieren.
- Keine gezielte Identifikation unrentabler Produkte. Artikel, die sich rechnerisch gar nicht mehr lohnen, bleiben unsichtbar, solange du sie nicht aktiv suchst.
Die üblichen Workarounds lösen das Problem nur halb. Excel-Exports sind im Moment der Erstellung korrekt — und ab dem nächsten Preispflege-Vorgang schon wieder veraltet. Selbst gebaute Reports brauchen Pflege, jemand muss sie regelmäßig aktualisieren, und niemand schaut gerne in eine dritte Oberfläche, wenn die eigentliche Arbeit in Shopware stattfindet.
Drei Wege, das Problem zu lösen
Welchen Weg du gehst, hängt stark davon ab, wie tief dein Margen-Blick reichen soll und wer ihn braucht.
a) Regelmäßige Excel-Exports und manuelle Analyse
Pro: Kein zusätzliches Tool, keine Einrichtung, keine Abhängigkeit. Du kannst Daten beliebig pivotieren, Formeln anpassen, eigene Sichten bauen.
Contra: Die Daten sind zum Zeitpunkt des Exports korrekt — danach nicht mehr. Jede Preisänderung im Shop macht deine Excel-Datei still und leise veraltet. Außerdem arbeitet niemand freiwillig parallel in zwei Systemen, und wer einmal aus Versehen die alte Version geöffnet hat, trifft Entscheidungen auf Basis falscher Zahlen.
Wann sinnvoll: Für punktuelle Analysen, etwa vor einer jährlichen Sortimentsplanung. Nicht als Dauerlösung.
b) Business-Intelligence-Tool anschließen
Pro: Richtig eingerichtet bekommst du Dashboards, die neben Marge auch Absatzzahlen, Lieferantenverteilung, saisonale Effekte und vieles mehr zeigen. Einmal gebaut, läuft das System weitgehend von selbst.
Contra: Das „richtig eingerichtet” ist der teure Teil. Ein BI-Tool braucht eine Datenanbindung, jemanden, der die Modelle pflegt, und Nutzer, die sich einarbeiten. Für kleinere und mittelgroße Shops ist der Aufwand oft unverhältnismäßig — besonders dann, wenn die eigentliche Frage „Wo verdiene ich gerade Geld?” eher schnell als tief beantwortet werden soll.
Wann sinnvoll: Wenn du ohnehin datengetrieben arbeitest, mehrere Kanäle auswertest oder ein Team hast, das die Dashboards wirklich nutzt.
c) Margen direkt in der Shopware-Produktübersicht anzeigen
Pro: Du arbeitest da, wo du sowieso arbeitest. Keine zweite Oberfläche, keine veralteten Exports, keine BI-Projektlaufzeit. Margen sind live — und zwar auf derselben Liste, in der du sortierst, filterst und Produkte pflegst.
Contra: Du bleibst auf die Ebene des einzelnen Produkts beschränkt. Für tiefergehende Zeitreihen oder crosskanal-Auswertungen reicht es nicht.
Wann sinnvoll: In den allermeisten Fällen — immer dann, wenn die Frage „Wie stehe ich bei diesem Produkt?” häufiger ist als „Wie entwickelt sich meine Marge über 12 Monate?”.
Variante c) in der Praxis
Genau für diesen Weg gibt es das Plugin Marge & Einkaufspreis in Produktliste. Es erweitert die Produktübersicht unter Kataloge → Produkte um vier zusätzliche Spalten:
- Einkaufspreis — der gepflegte EK-Wert, direkt in der Liste.
- Nettopreis — aus Bruttopreis und Steuersatz automatisch berechnet.
- Marge — die absolute Differenz zwischen Netto und Einkauf, mit Währungsformatierung.
- Marge % — die prozentuale Marge, mit farbcodierten Indikatoren in Rot, Gelb und Grün.
Welche Spalten du aktivierst, steuerst du wie gewohnt über das Zahnrad-Symbol in der Tabelle — das Plugin verhält sich hier genauso wie die Shopware-Standardspalten.
Die Farbcodierung ist das, was im Alltag am meisten Zeit spart. Du scrollst durch dein Sortiment und siehst sofort, wo Handlungsbedarf besteht. Die Schwellenwerte legst du selbst fest, also genau auf deine Margen-Realität abgestimmt.
Praktisch wird es, sobald du seitenübergreifend sortierst. Ein Klick auf die Spaltenüberschrift „Marge %” sortiert die komplette Produktliste serverseitig — nicht nur die aktuelle Seite. So findest du die 20 unrentabelsten Artikel deines Shops zuverlässig, egal wie groß dein Sortiment ist.
Im nativen Filterpanel steht dir zusätzlich ein Filter Einkaufspreis zur Verfügung. Damit blendest du gezielt Produkte mit oder ohne hinterlegten Einkaufspreis ein — ideal, um Datenlücken sichtbar zu machen.
Nach der Aktivierung startet das Plugin eine automatische Hintergrundindizierung. Du musst keinen Command anstoßen, nichts konfigurieren, nichts freischalten — kurz danach sind die Spalten einsatzbereit.
Ein Hinweis zur Berechnung: Das Plugin unterstützt sowohl die Handelsmarge (Netto − Einkauf) / Netto als auch den Aufschlag (Netto − Einkauf) / Einkauf. Welche Methode du nutzt, ist keine Geschmacksfrage — im Controlling und in der Kalkulation werden beide gebraucht, je nach Fragestellung. Die Handelsmarge zeigt dir, welcher Anteil deines Verkaufspreises Gewinn ist. Der Aufschlag zeigt dir, wie viel du auf deinen Einkauf draufgeschlagen hast. Das Plugin berechnet beide im Hintergrund vor, ein Wechsel wirkt sofort.
Typische Anwendungsfälle
Wenn Margen einmal in der Liste stehen, verändert das die Art, wie du mit dem Sortiment arbeitest. Ein paar Beispiele, die in der Praxis immer wieder auftauchen:
- Unrentable Produkte finden. Nach Marge % aufsteigend sortieren — und du hast in Sekunden eine Liste der Artikel, die überprüft werden sollten.
- Fehlende Einkaufspreise identifizieren. Der Filter „Ohne Einkaufspreis” macht Datenlücken sichtbar, die sonst erst beim nächsten Export auffallen.
- Sortiments-Review bei Lieferanten-Preiserhöhungen. Einkaufspreise aktualisieren, Marge % durchgehen, Verkaufspreise dort anpassen, wo es nötig ist — alles in einer Liste.
- B2B: schnelle Margenprüfung vor Individualangeboten. Bevor du einem Kunden einen Sonderpreis zusagst, siehst du mit einem Blick, wie viel Luft da überhaupt noch ist.
Fazit
Margen gehören für die meisten Shop-Betreiber nicht in eine separate Analyse-Oberfläche, sondern genau dorthin, wo sie ihre Produkte ohnehin pflegen: in die Produktübersicht. Shopware liefert die Daten, nur die Ansicht fehlt. Wenn du regelmäßig vor der Frage stehst, welche Produkte gerade wirklich Geld verdienen, spart dir eine Marge-Spalte in der Liste mehr Zeit als jeder Export.
Falls du dir anschauen willst, wie sich das konkret anfühlt, schau gerne auf der Plugin-Seite vorbei — dort findest du alle Details zu Funktionen, Berechnungsmethoden und Schwellenwerten.
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